WAS IST OOLONG

Oolong (乌龙茶) ist neben grünem (nicht fermentiertem) und schwarzem (fermentiertem) Tee eine von insgesamt sechs traditionellen chinesischen Teekategorien. Er ist ein teilfermentierter Tee.

 

NAME

Der Name Oolong bedeutet „Schwarzer Drache“. Um seine Entstehung ranken sich viele Legenden. Eine der bekanntesten ist diese:

Ein chinesischer Bauer erschrak während der Tee-Ernte vor einer Schlange und lief davon. Als er später zurückkehrte, um seinen Teekorb zu holen, verbreiteten die bereits gewelkten und leicht anfermentierten Blätter einen köstlich süßen Duft. Und als sich der Bauer aus diesen Blättern einen Tee zubereitete, war er fasziniert vom sanften Geschmack des Aufgusses.

Diese Legende wird der Zeit der Ming-Dynastie (1368 – 1644) zugeordnet. Man nimmt an, dass spätestens seit dieser Zeit Oolong Tee hergestellt wird.

 

KLIMA, TERROIR UND MEISTERHAND

Für einen guten Tee sind drei Zutaten wichtig: Klima, Boden und Handwerk. Für einen guten Oolong gilt das in besonderem Maße.

Diese Teespezialität wird in einem sehr aufwendigen Verfahren von Hand verarbeitet und verlangt sehr erfahrene Teemeister.

Die frisch gepflückten Teeblätter werden zunächst gewelkt. Dann werden sie in großen Bambuskörben oder auf Sieben geschüttelt, gewendet, sanft gerieben und gerollt. Dabei brechen die Teeblätter an den Rändern leicht auf und Saft tritt aus. Dieser reagiert mit dem Sauerstoff der Luft – ein Oxidationsprozess setzt ein. Diese Oxidation wird oft auch – leicht irreführend – als Fermentation bezeichnet.

Die Blattränder verfärben sich dabei kupferrot und die Blätter beginnen einen wunderbaren süssen Duft zu verströmen.

Jetzt kommt es darauf an, die Oxidation im richtigen Moment zu unterbrechen. Dafür werden die Blätter in Eisenpfannen geröstet. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts und der richtigen Rösttemperatur gehören zu den höheren Künsten der Oolong-Teeproduktion. Dafür braucht der Teemeister viel Erfahrung, eine gute Nase, Intuition, Geschick und ein tiefes Verständnis für den Geist des Tees.

Je nach Herkunft und Produktionsmethode werden die Tees unterschiedlich lang der Oxidation ausgesetzt. Manche Oolongs wie der Pouchong sind nur ganz leicht fermentiert (ca. 10%), manche sind ca. 50% oxidiert (z.B. Da Hong Pao) und andere können bis zu 70%–80 % oxidiert sein ( z.B. Dancong).

Damit füllen sie – auch geschmacklich – die große Spanne zwischen grünem und schwarzem Tee.

In einem einzigartigen Zusammenspiel von klimatischen Bedingungen, Bodenbeschaffenheit und kontrollierter Rösttemperatur und Oxidationsdauer entstehen Tees von unübertroffener Vielfalt und unverwechselbarem Charakter. Intensives Aroma, komplex am Gaumen; frisch, fruchtig, floral, honigsüß, malzig oder samtig-buttrig.

 

ANBAUGEBIETE

Oolong wird bis heute vor allem in den chinesischen Provinzen Fujian und Guangdong sowie auf Taiwan produziert. In den letzten Jahrzehnten versuchen sich Teeproduzenten auch in anderen Teeregionen an den edlen Oolongs. So lassen sich inzwischen vietnamesische, thailändische oder gar neuseeländische Oolong-Tees von beachtlicher Qualität finden.

 

ZUBEREITUNG

Oolong Tee sollte bei etwa 90°C aufgegossen werden. Gefiltertes Wasser ist für das Entfalten der Aromen unerlässlich. Am besten verwendet man ein kleines Gefäß (ca. 150 bis 180 ml) – Kännchen oder Tasse (Gaiwan) – und ca. 2 g Teeblätter. Um die ganze Spannbreite des Oolongs auszukosten, sollte man den Tee mehrmals aufgießen. Denn seine Blätter entfalten sich nach und nach und geben mit jedem weiteren Aufguss immer neue und komplexere Aromen frei.